Oder: Wenn man denkt „ich kann einfach nicht mehr“, geht es trotzdem weiter

Jeden Tag befinden sich Tausende von Menschen in einer vermeintlich völlig ausweglosen Situation. Tiefe Verzweiflung und grenzenlose Hilflosigkeit machen sich breit, wenn absolut keine Lösung der vorliegenden Probleme in Sicht ist. Bevor aus dem „ich kann nicht mehr“ ein „ich will nicht mehr“ wird, wollen wir gemeinsam schnell über Strategien nachdenken, die wieder Mut machen.

 

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“

In ganz schlimmen Momenten, wenn alles nur noch sinnlos scheint, denken Menschen an Selbstmord. Sich umzubringen, ist aber gar nicht so einfach, und das ist gut so. Zwar sollte jeder unbedingt versuchen, über seine Probleme mit anderen offen zu sprechen, doch Vorsicht bei dem Wort Selbstmord. Ihre Angehörigen können, werden und müssen dann eine Einweisung in die geschlossene Psychiatrie veranlassen, was Ihre Situation aller Voraussicht nach nicht besser macht.

Wie kommt man in eine solche ausweglose Situation?

Bei sehr vielen Betroffenen sind es massive gesundheitliche Probleme, die sich einfach nicht bessern wollen und fast automatisch in eine Depression führen. Angeheizt wird diese Entwicklung noch dadurch, dass es kaum noch Ärzte gibt, die ein Interesse daran erkennen lassen, ihre Patienten gesund zu machen, ganz im Gegenteil, solange ein Mensch extra krank gehalten wird, füllt er die Geldbeutel der Ärzte.

Neben Krankheit sind es oftmals Beziehungskrisen, Stress oder Mobbing am Arbeitsplatz, der Verlust eines geliebten Menschen oder das chronisch kranke Kind, was uns ein nachhaltiges Burn-out im Sinne von „ich kann nicht mehr“, was zugleich ein Hilferuf unserer Seele ist, einhandeln kann.

Was kann und sollte jeder in einer solchen Situation selbst tun?

Es ist sehr wichtig, sein Problem mindestens einem Menschen anzuvertrauen, ganz egal, ob es sich dabei um ein Elternteil, den Partner, das Kind, einen guten Freund oder die Oma handelt. Allein, sich seine Sorgen von der Seele zu reden, ist eine effiziente Ventilfunktion. Falls es keinen gut geeigneten privaten Gesprächspartner gibt, sind noch viele professionelle Seelsorger da, die man ansprechen kann und auch ansprechen sollte. Hier gleich ein paar konkrete Informationen dazu:

Last, but not least, lassen sich im Internet relativ leicht „Gleichgesinnte“ finden, die mit ganz ähnlichen Problemen aufwarten und schon von daher viel Verständnis aufbringen können. Das geht zum Beispiel mit einer Facebook-Gruppe, in Selbsthilfegruppen oder in einem eher anonymen Internetforum.

Das Gespräch mit dem Hausarzt suchen

Zwar ist der Hausarzt eher selten zugleich auch Psychologe, aber das Gespräch mit ihm ist auf jeden Fall sinnvoll, falls zum Beispiel eine Krankschreibung erforderlich wird. Er kann gegebenenfalls auch (rechtzeitig) die Überweisung an einen Psychiater veranlassen.

Was jeder anstelle von Antidepressiva zur eigenen Beruhigung probieren kann und rezeptfrei bekommt, sind zum Beispiel:

  • Baldriandragees
  • Johanniskraut
  • Lavendelöl (Lasea)
  • Neurexan (homöopathisch)
  • CBD-Öl

Die Krise als Aufbruch verstehen

Fast jede Lebenskrise birgt auch eine Chance, im Leben etwas zum Guten zu verändern. Wer zum Beispiel an Burn-out oder Depression leidet und eine gute Hilfestellung findet, lernt, sich weniger zu verausgaben, mal Nein zu sagen, mehr Ruhepausen in den Alltag einzuschalten, den eigenen Ehrgeiz oder Perfektionismus herunterzufahren. Unter Umständen tragen Sie schon Ihr ganzes Leben ein Kindheitstrauma mit sich herum, das nun endlich im Rahmen einer Therapie aufgelöst werden kann.

Da so viele depressive Verstimmungen durch Erkrankungen und Leiden ausgelöst werden, soll an dieser Stelle angesprochen werden, wie man längerfristig wieder seine Gesundheit zurückerlangen kann. Auch eine gezielte Ernährungsumstellung ist ein Aufbruch in eine bessere Zukunft.

In fünf Schritten zur Gesundheit

1.) Medikamente, Operationen und auch so manche Therapie beseitigen nicht wirklich die Ursache einer Erkrankung, sondern doktern nur an ihren Symptomen herum. Die Schulmedizin bemüht sich leider nicht darum, den Unterschied zwischen Ursache und Wirkung zu sehen.

Der Arzt ist heute viel zu sehr damit beschäftigt, die Technik, Elektronik und Software seiner vielen Diagnosegeräte zu verstehen, und wenn er dann noch Zeit hat, muss er sich um die Abrechnungen und Steuererklärungen seiner Dienste kümmern. Sich auf den Patienten und den Werdegang dessen Erkrankung zu konzentrieren, dafür ist schlicht und einfach keine Zeit und Konzentrationsfähigkeit mehr da.

In der Folge musste sein Patient schon viele (schädliche) Experimente über sich ergehen lassen, die alle nicht geholfen, sondern sein Leid eher verschlimmert haben. Insofern bleibt dem Patienten gar nichts anderes übrig, als nach einem anderen, alternativen Weg zu suchen.

2.) Der Patient muss sich darüber im Klaren sein, dass er selbst etwas unternehmen muss, um wieder gesund zu werden.

3.) Der Bereich der Alternativmedizin ist inzwischen unüberschaubar geworden und birgt die Gefahr, an einen Scharlatan zu geraten. Dennoch ist es sehr wohl möglich, einen guten Heilpraktiker zu finden. Wie das geht, darüber hatte ich schon berichtet:

Wie Sie einen guten Heilpraktiker finden (renegraeber.de)

4.) Zu den allermeisten Beschwerden gibt es eine meistens längere Vorgeschichte. Daher ist auch diejenige alternative Methode abzulehnen, die, wie die Schulmedizin, nur gegen Krankheitssymptome vorgeht. Einen guten Heilpraktiker erkennen Sie zum Beispiel daran, dass er Ihnen nicht nur eine Wunderpille in den Mund schiebt, sondern Ihnen „Unangenehmes“ abverlangt und dazu gehören zum Beispiel eine Umstellung der Ernährung, mehr körperliche Bewegung an frischer Luft und die Vermeidung von (Umwelt)Giften.

5.) Das Richtige zu wissen, nachdem man sich durch die ständig wachsende Informationsüberflutung des Internets gekämpft hat, reicht nicht. Es muss auch konkret umgesetzt werden. Ich empfehle dazu die klassische Naturheilkunde, weil ich mit dieser Methode meine eigenen gesundheitlichen Probleme lösen konnte.

 

Beitragsbild: 123rf.com – Sergey Nivens

Wenn von Depression die Rede ist, denkt man zuerst an einen besonders niedergeschlagenen, antriebslosen Menschen. Ganz anders ist es bei der agitierten Depression, bei der Agitation beziehungsweise Agitiertheit als Symptom im Vordergrund steht. Übersetzt bedeutet dies eine große innere Unruhe und übertriebener Bewegungsdrang. Begleitet wird dies allerdings oft von Schlafstörungen und Angstzuständen.

Eine derartige Agitiertheit weisen „normalerweise“ Menschen auf, die unter einer bipolaren Störung leiden. Doch diese Form der inneren Unruhe kommt eben auch bei depressiven Menschen vor, die nicht bipolar sind. In der „Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten“ (ICD) wird die agitierte Depression allerdings nicht separat aufgeführt. Ärzte behelfen sich zuweilen mit dem ICD-10-Code der „depressiven Episode“. Im Englischen spricht man hier auch von der „melancholia agitata“ beziehungsweise von einer „gemischten Depression“.

Symptome

Eine agitierte Depression ist meistens von Schlaflosigkeit begleitet, viele Patienten sprechen von einem Gefühl der inneren Leere im Verein mit einer extremen inneren Unruhe, die geradezu einen unersättlichen Tatendrang heraufbeschwört. Es gibt Experten, die das Phänomen so interpretieren, dass die Betroffenen mit diesem Aktionismus unbewusst ihre eigentliche Niedergeschlagenheit aus dem Wege räumen wollen.

Die Betroffenen sind zudem sehr leicht reizbar, reagieren mit Ärger und Wut auf Kleinigkeiten. Ihre rasenden Gedanken erzeugen einen enormen Rededrang, sodass sie in der Wahrnehmung der anderen „wie ein Wasserfall reden“. Der extreme Bewegungsdrang provoziert ein ständiges Auf- und Abgehen, während sich ihre permanente Nervosität in Nägelkauen und Haare raufen äußert.

Es kommt zudem zu impulsiven Ausbrüchen wie Jammern oder Schreien, wobei ein zwanghaftes Zupfen an der Haut zu beobachten ist.

Paradoxe Gefühlszustände wie getriebene Rastlosigkeit bei gleichzeitiger depressiver Niedergeschlagenheit sind bei diesem Krankheitsbild keine Seltenheit. Die Neigung zur Selbstverletzung ist durchaus an der Tagesordnung und gipfelt in einigen Fällen im Suizid. Totale Erschöpfungszustände sind durch den unausgegorenen Tatendrang nur eine Folgerichtigkeit.

Gefahr im Verzug

Wenn Sie den Eindruck haben, dass ein Betroffener im Begriff ist, entweder sich selbst oder einen anderen zu verletzen, sollten Ihnen die folgenden vier Punkte ins Gedächtnis kommen:

  1. Sofort eine dieser Notrufnummern wählen: 110, 112 oder 116 117.
  2. Solange die Person begleiten, bis Hilfe eintrifft.
  3. Waffen oder gefährliche Gegenstände von der Person fernzuhalten.
  4. Dem Betroffenen geduldig zuhören, ohne ihn zu kritisieren (provozieren). Bedenken Sie, dass vernünftige Argumente im Rahmen einer Diskussion jetzt nicht bis zu dieser Person vordringen.

Ursachen einer agitierten Depression

In manchen Fällen sind es ausgerechnet Psychopharmaka beziehungsweise antriebssteigernde Antidepressiva wie Escitalopram (Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer), die eine Agitiertheit zumindest vorübergehend auslösen können. Häufiger verbergen sich aber diese Ursachen dahinter:

  • Schilddrüsenfunktionsstörung
  • Hormonstörung
  • Traumata
  • Chronische Stressbelastung
  • Angststörung
  • Bipolare Störung

Für die Diagnose und Behandlung zuständig ist bei allen Formen der Depression der Psychiater beziehungsweise Facharzt für Psychiatrie. Neben einem intensiven Gespräch im Zuge der Anamnese wird unter anderem auch ein Bluttest durchgeführt, um gegebenenfalls eine Störung im Hormonhaushalt zu erkennen. Als Differenzialdiagnose geht es dann noch um die Abgrenzung zu den extremen Stimmungsschwankungen der Bipolaren Störung.

Gemäß „Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders” (DSM-V) müssen für die Diagnose Agitierte Depression diese Kriterien erfüllt sein:

  • Es lag bislang mindestens eine depressive Episode vor.
  • Es liegen wenigstens zwei der folgenden drei Punkte vor:
    Innere Unruhe und Anspannung (psychische Agitation)
    Rasende Gedanken
    Bewegungsdrang, Haare raufen, Nägelkauen (psychomotorische Agitation)

Therapiemöglichkeiten

Depressionen werden in der Regel mit einer Kombination von Medikamenten und Psychotherapie behandelt. In seltenen Fällen wird auch die Elektroschocktherapie angewandt.
Bei den Medikamenten kommen relativ häufig diese Mittel zum Einsatz:

  • Antidepressiva wie Mirtazapin
  • Neuroleptika zur Angstlösung wie Benzodiazepine* (Quetiapin, Seroquel)
  • Phasenprophylaktika zur Stabilisierung der Stimmung (Lithium)

Es ist leider normal, dass es einige längere Versuche braucht, bis das individuell am besten geeignete Medikament gefunden ist. So kann es passieren, dass ein bestimmtes Medikament paradox, also die Agitation verstärkend wirkt. Atosil (Promethazin) ist ein eher leichtes Neuroleptikum in Tropfenform, das sich sehr genau dosieren lässt.

* Benzodiazepine wie Tavor, Xanax oder Valium machen relativ schnell süchtig, wobei sich der Entzug langwierig und schwierig gestaltet.

Psychotherapie

Diese Behandlungsform dient der Suche nach der Ursache der Erkrankung, aber auch der Entwicklung von Strategien, die dabei helfen, mit der Krankheit besser umgehen zu können. In Deutschland werden im Wesentlichen vier Verfahren von den Krankenkassen anerkannt und auch bezahlt:

  • Analytische Therapie
  • Verhaltenstherapie
  • Tiefenpsychologische Therapie
  • Systemische Therapie

Diese Therapien sind vom Ansatz her in der Tat sehr unterschiedlich auch mit Blick auf ihre Dauer, den Umfang und die Intensität. Ihr Erfolg hängt aber ganz wesentlich davon ab, ob Patient und Therapeut einigermaßen miteinander harmonieren.

Ausblick und Prognose

Agitiertheit ist oftmals mit Selbstverletzung und sogar Selbstmord verbunden. Daher ist eine rasche professionelle Behandlung unabwendbar. Die verschriebenen Antidepressiva müssen dann unbedingt regelmäßig nach Plan eingenommen werden. Nach Eintritt einer Besserung dürfen die Medikamente nicht abrupt abgesetzt werden, sondern sie werden unter Anleitung des Arztes langsam ausgeschlichen.
Wer zuweilen von Selbstmordgedanken getragen ist, sollte unbedingt die Nummer der Telefonseelsorge, die zu jedem Tag- und Nachtzeitpunkt erreichbar ist, anwählen:

0800 – 111 0 111
0800 – 111 0 222

Siehe auch: https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/hilfsangebote/

 

Beitragsbild: 123rf.com – Sergey Nivens

Jeden Tag befinden sich Tausende von Menschen in einer vermeintlich völlig ausweglosen Situation. Tiefe Verzweiflung und grenzenlose Hilflosigkeit machen sich breit, wenn absolut keine Lösung der vorliegenden Probleme in Sicht ist. Bevor aus dem „ich kann nicht mehr“ ein „ich will nicht mehr“ wird, wollen wir gemeinsam schnell über Strategien nachdenken, die wieder Mut machen.

„Die Hoffnung stirbt zuletzt“

In ganz schlimmen Momenten, wenn alles nur noch sinnlos scheint, denken Menschen an Selbstmord. Sich umzubringen, ist aber gar nicht so einfach, und das ist gut so. Zwar sollte jeder unbedingt versuchen, über seine Probleme mit anderen offen zu sprechen, doch Vorsicht bei dem Wort Selbstmord. Ihre Angehörigen können, werden und müssen dann eine Einweisung in die geschlossene Psychiatrie veranlassen, was Ihre Situation aller Voraussicht nach nicht besser macht.

Wie kommt man in eine solche ausweglose Situation?

Bei sehr vielen Betroffenen sind es massive gesundheitliche Probleme, die sich einfach nicht bessern wollen und fast automatisch in eine Depression führen. Angeheizt wird diese Entwicklung noch dadurch, dass es kaum noch Ärzte gibt, die ein Interesse daran erkennen lassen, ihre Patienten gesund zu machen, ganz im Gegenteil, solange ein Mensch extra krank gehalten wird, füllt er die Geldbeutel der Ärzte.

Neben Krankheit sind es oftmals Beziehungskrisen, Stress oder Mobbing am Arbeitsplatz, der Verlust eines geliebten Menschen oder das chronisch kranke Kind, was uns ein nachhaltiges Burn-out im Sinne von „ich kann nicht mehr“, was zugleich ein Hilferuf unserer Seele ist, einhandeln kann.

Was kann und sollte jeder in einer solchen Situation selbst tun?

Es ist sehr wichtig, sein Problem mindestens einem Menschen anzuvertrauen, ganz egal, ob es sich dabei um ein Elternteil, den Partner, das Kind, einen guten Freund oder die Oma handelt. Allein, sich seine Sorgen von der Seele zu reden, ist eine effiziente Ventilfunktion. Falls es keinen gut geeigneten privaten Gesprächspartner gibt, sind noch viele professionelle Seelsorger da, die man ansprechen kann und auch ansprechen sollte. Hier gleich ein paar konkrete Informationen dazu:

  • Info-Telefon Depression (kostenlos)

Tel.: +49 800 33 44 5 33

Mo, Di, Do: 13.00 – 17.00 Uhr / Mi und Fr: 08.30 – 12.30 Uhr

www.deutsche-depressionshilfe.de

 

  • SeeleFon (14 ct/min aus dem deutschen Festnetz)

Tel.: +49 228 71 00 24 24 (für Angehörige)

Tel.: +49 228 71 00 24 25 (für Flüchtlinge: englisch, französisch, arabisch)

Mo bis Do: 10.00 – 12.00 Uhr und 14.00 – 20.00 Uhr /

Fr:  10.00 – 12.00 Uhr und 14.00 – 18.00 Uhr

www.bapk.de/angebote/seelefon

 

  • Nummern gegen Kummer (kostenfrei)

Tel.: +49 11 6 111 (für Kinder und Jugendliche)

Mo, Sa: 14.00 – 20.00 Uhr / Mo, Mi, Do: 10.00 – 12.00 Uhr

Tel.: +49 800 111 0 550 (für Eltern)

Mo bis Fr: 9.00 – 17.00 Uhr / Di, Do: 17.00 – 19.00 Uhr

www.nummergegenkummer.de

Chat-Angebote

Last, but not least, lassen sich im Internet relativ leicht „Gleichgesinnte“ finden, die mit ganz ähnlichen Problemen aufwarten und schon von daher viel Verständnis aufbringen können. Das geht zum Beispiel mit einer Facebook-Gruppe, in Selbsthilfegruppen oder in einem eher anonymen Internetforum.

Das Gespräch mit dem Hausarzt suchen

Zwar ist der Hausarzt eher selten zugleich auch Psychologe, aber das Gespräch mit ihm ist auf jeden Fall sinnvoll, falls zum Beispiel eine Krankschreibung erforderlich wird. Er kann gegebenenfalls auch (rechtzeitig) die Überweisung an einen Psychiater veranlassen.

Was jeder anstelle von Antidepressiva zur eigenen Beruhigung probieren kann und rezeptfrei bekommt, sind zum Beispiel:

  • Baldriandragees
  • Johanniskraut
  • Lavendelöl (Lasea)
  • Neurexan (homöopathisch)
  • CBD-Öl

Die Krise als Aufbruch verstehen

Fast jede Lebenskrise birgt auch eine Chance, im Leben etwas zum Guten zu verändern. Wer zum Beispiel an Burn-out oder Depression leidet und eine gute Hilfestellung findet, lernt, sich weniger zu verausgaben, mal Nein zu sagen, mehr Ruhepausen in den Alltag einzuschalten, den eigenen Ehrgeiz oder Perfektionismus herunterzufahren.

Unter Umständen tragen Sie schon Ihr ganzes Leben ein Kindheitstrauma mit sich herum, das nun endlich im Rahmen einer Therapie aufgelöst werden kann.

Da so viele depressive Verstimmungen durch Erkrankungen und Leiden ausgelöst werden, soll an dieser Stelle angesprochen werden, wie man längerfristig wieder seine Gesundheit zurückerlangen kann. Auch eine gezielte Ernährungsumstellung ist ein Aufbruch in eine bessere Zukunft.

In fünf Schritten zur Gesundheit

 

  1. Medikamente, Operationen und auch so manche Therapie beseitigen nicht wirklich die Ursache einer Erkrankung, sondern doktern nur an ihren Symptomen herum. Die Schulmedizin bemüht sich leider nicht darum, den Unterschied zwischen Ursache und Wirkung zu sehen. Der Arzt ist heute viel zu sehr damit beschäftigt, die Technik, Elektronik und Software seiner vielen Diagnosegeräte zu verstehen, und wenn er dann noch Zeit hat, muss er sich um die Abrechnungen und Steuererklärungen seiner Dienste kümmern. Sich auf den Patienten und den Werdegang dessen Erkrankung zu konzentrieren, dafür ist schlicht und einfach keine Zeit und Konzentrationsfähigkeit mehr da. In der Folge musste sein Patient schon viele (schädliche) Experimente über sich ergehen lassen, die alle nicht geholfen, sondern sein Leid eher verschlimmert haben. Insofern bleibt dem Patienten gar nichts anderes übrig, als nach einem anderen, alternativen Weg zu suchen.
  2. Der Patient muss sich darüber im Klaren sein, dass er selbst etwas unternehmen muss, um wieder gesund zu werden.
  3. Zu den allermeisten Beschwerden gibt es eine meistens längere Vorgeschichte. Daher ist auch diejenige alternative Methode abzulehnen, die, wie die Schulmedizin, nur gegen Krankheitssymptome vorgeht. Einen guten Heilpraktiker erkennen Sie zum Beispiel daran, dass er Ihnen nicht nur eine Wunderpille in den Mund schiebt, sondern Ihnen „Unangenehmes“ abverlangt und dazu gehören zum Beispiel eine Umstellung der Ernährung, mehr körperliche Bewegung an frischer Luft und die Vermeidung von (Umwelt)Giften.
  4. Das Richtige zu wissen, nachdem man sich durch die ständig wachsende Informationsüberflutung des Internets gekämpft hat, reicht nicht. Es muss auch konkret umgesetzt werden. Ich empfehle dazu die klassische Naturheilkunde, weil ich mit dieser Methode meine eigenen gesundheitlichen Probleme lösen konnte.

Beitragsbild: 123rf.com – Sergey Nivens

Dieser Beitrag wurde am 21.09.2021 erstellt.

Das altgriechische „kathízein“ bedeutet „sich setzen“ oder „sitzen“. Mit dem A davor wird der Hinweis darauf gegeben, dass geradezu eine Unfähigkeit zum Sitzen vorliegt. So ist die deutsche Übersetzung „Sitzunruhe“ bedingt treffend.

Wen das trifft, der leidet richtig. Bereits vor der Einführung von Neuroleptika war die Symptomatik der Akathisie zum Beispiel bei Patienten mit Morbus Parkinson oder Erkrankungen der Basalganglien bekannt.

Heute tritt die Akathisie vor allem als sehr unangenehme Nebenwirkung bei einigen Antipsychotika der ersten Generation wie Aripiprazol, Risperidon und Clozapin auf, insbesondere dann, wenn diese in einer hohen Dosierung eingenommen werden. Das Markenzeichen der Akathisie sind rastlose, unbezwingbare Bewegungen, die vor allem Arme und Beine betreffen, in Kombination mit einer starken inneren Unruhe und dem ständigen Gefühl der Getriebenheit.

Es gibt aber auch Patienten, die eine Akathisie entwickeln bei:

  • Antipsychotika der zweiten Generation
  • Antiemetika
  • Selektive Serotonin Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRI)
  • Reduktion der Dosierung eines dieser Medikamente

Die Akathisie kann extrem quälend sein mit der Folge, dass die Betroffenen auto- oder fremdaggressives oder suizidales Verhalten an den Tag legen. Auswege aus diesem Dilemma liegen aus schulmedizinischer Sicht in der Umstellung auf ein verträglicheres Medikament oder in der deutlichen Reduzierung des verursachenden Medikaments.

Darüber hinaus werden noch Betablocker, Mirtazapin oder Benzodiazepine in Betracht gezogen. Wir werden weiter unten sehen, dass es aber noch andere Alternativen gibt.

Medikamente als Auslöser

Mit dem Aufkommen der Antipsychotika der ersten Generation wie Haloperidol trat die Akathisie immer häufiger auf. Entweder wurden diese Medikamente sehr hoch dosiert oder deren Dosierung wurde zu schnell gesteigert.

Die zweite Generation dieser Medikamente wurde diesbezüglich mit viel Hoffnung verbunden, die aber leider weitgehend enttäuscht wurde, was in der CATIE-Studie quantitativ belegt ist. Die Symptome im Einzelnen:

  • Innere Unruhe und Rastlosigkeit sowie ein ständiges Gefühl der Getriebenheit
  • Permanenter, unbezwingbarer Impuls zu Bewegungen, vor allem der Arme, Hände und Beine. Es ist dem Betroffenen nicht möglich, längere Zeit still zu stehen oder zu sitzen.
  • Permanente Verlagerung des Gewichts von einem Bein auf das andere
  • Ständiges Umherlaufen oder Trippeln
  • Beim Sitzen werden immerzu wechselnd die Beine überkreuzt.
  • Wegen der „zappelnden“ Beine ist ein ruhiger Schlaf nicht möglich.

Nach aktueller Studienlage wird die Akathisie durch eine Imbalance zwischen seroto/noradrenergen und dopaminergen Neurotransmittern ausgelöst. Vermutet wird auch eine Blockierung der Rezeptoren für Dopamin, einem Botenstoff, der an der Kontrolle unserer Bewegungen beteiligt ist.

Andere Neurotransmitter wie Acetylcholin, Serotonin oder die Aminosäure GABA stehen aktuell ebenfalls im Fokus, wenn es um die Ursachenforschung bei der Akathisie geht.

Die folgende gewiss nicht vollständige Liste benennt jene Medikamente, die dafür bekannt sind, dass sie als Nebenwirkung eine Akathisie hervorrufen können:

  • Haloperidol (Haldol)
  • Flupenthixol (Fluanxol)
  • Fluphenazin (Prolixin)
  • Pimozid (Orap)
  • Prochlorperazin (Compro, Compazin)
  • Thioridazin (Mellaril)
  • Thiothixen (Navane)
  • Loxapin (Loxitan)
  • Molindon (Moban)
  • Chlorpromazin (Thorazin)
  • Trifluoperazin (Stelazin)

Bitte nicht verwechseln

Abzugrenzen ist die Akathisie unbedingt vom Restless-Legs-Syndrom (RLS), bei dem fast ausschließlich die Beine betroffen sind. Zudem tritt RLS meistens erst in der Einschlafphase oder während der Nacht auf und ist mit Schmerzen in den Beinen verbunden. Bei Bewegung tritt eine kurzfristige Besserung ein. Opioide und Dopaminagonisten helfen ebenfalls, die Symptomatik zu verbessern, während von SSRI abzuraten ist.

Auch kann die Akathisie mit einer Spätdyskinesie verwechselt werden. Dabei handelt es sich ebenfalls um eine Bewegungsstörung, die als Nebenwirkung antipsychotisch wirkender Medikamente auftreten kann. Allerdings geschehen diese Bewegungen eher willkürlich, vor allem im Gesicht, aber auch am Rumpf und an den Armen, wobei der Betroffene oftmals nicht einmal merkt, was er tut.

Behandlung

Aus schulmedizinischer Sicht werden die folgenden sieben Behandlungsmöglichkeiten empfohlen. Die Reihenfolge entspricht der Priorisierung:

  1. Tritt eine Akathisie bereits bei üblichen Dosierungen eines Antipsychotikums auf, sollte rasch nach einem besser verträglichen Medikament gesucht werden.
  2. Bei der Reduzierung der Dosis kann sich die Akathisie sogar erst einmal verstärken. Um beurteilen zu können, ob diese Maßnahme greift, muss sie mindestens eine Woche lang konsequent durchgezogen werden.
  3. In einer Studie hat sich der 5-HT2A Antagonist Mirtazapin bewährt, denn das Mittel ist bei besserer Verträglichkeit in der Wirkung in etwa vergleichbar mit Propranolol. Eine Gewichtszunahme ist allerdings nicht auszuschließen.
  4. Der Betablocker Propranolol wird oftmals nicht gut vertragen, kommt aber bereits seit Jahrzehnten gegen Akathisie zur Anwendung.
  5. Benzodiazepine sind hochwirksame Beruhigungsmittel mit einem enormen Suchtpotential und haben sich eher dann bewährt, wenn die Unruhe auch durch psychische Komponenten ausgelöst wird.
  6. Amantidin und Mianserin werden zuweilen auch erfolgreich eingesetzt.
  7. Anticholinergika wie Biperiden werden eher zur Steuerung des Extrapyramidalmotorischen Systems (EPMS) oder gegen die parkinsonistischen Symptome eingesetzt.

Eine Akathisie muss auf jeden Fall unmittelbar behandelt werden, weil der Patient sich ansonsten dazu gezwungen sieht, die Einnahme seiner Medikamente (eigenständig) abzubrechen, was fatale Folgen für ihn oder seine Mitmenschen haben könnte.

Es gibt auch Ärzte, die versuchen, mit Blutdruck-Medikamenten oder antiviral wirkenden Mitteln gegen die Akathisie anzukämpfen. Dabei gibt es deutlich weniger schädliche alternative Behandlungsmethoden.

Alternative Behandlung

In Studien konnte nachgewiesen werden, dass sich die Akathisie deutlich durch hoch dosiertes Vitamin B6 (1,2 g) verbessern lässt.

In einer Studie über die Wirkung von Cannabidiol vom Mai 2018 heißt es: „Zwar gibt es erst wenige Studien, die sich mit der Wirkung von Cannabidiol auf Bewegungsstörungen beschäftigt haben, dennoch erweist sich das Mittel in der Praxis mehr und mehr als vielversprechender Wirkstoff zur Behandlung und darüber hinaus sogar zur Verhinderung einer Akathisie.“

 

Beitragsbild: 123rf.com – Katarzyna Bialasiewicz

Dieser Beitrag wurde am 10.08.2021 erstellt.

Cannabis Konsum

Unter dem Begriff „Kiffer“ verstehen viele einen faulen, vor sich hin dösenden, viel lächelnden und apathisch gleichgültigen jungen Menschen. Die Psychiatrie hat dafür die Bezeichnung „Amotivationssyndrom“ beziehungsweise „Amotivationales Syndrom“ geprägt, die die Folgen intensiven Cannabiskonsums zusammenfassen soll.

Weiterlesen

Zwangsstörungen sind Störungen, die durch wiederkehrende, aufdringliche und unerwünschte Ideen, Impulse oder Bilder gekennzeichnet sind.

Von dem/der Betroffenen werden diese als unheimlich, dumm, abscheulich oder schrecklich erlebt und es wird ein Drang ausgelöst, etwas zu tun, um das Unbehagen zu lindern. Auf einen so genannten Zwangsgedanken erfolgt eine Zwangshandlung.

Zwangsstörungen treten bei Frauen und Männern in gleicher Häufigkeit auf und betreffen circa 1% der deutschen Bevölkerung in einem Halb- Jahres- Zeitraum.

Den meisten Menschen sind Zwangsstörungen wie WaschzwangPutzzwang oder Kontrollzwang ein Begriff.

Ob es sich dabei um eine “liebenswerte Marotte” oder eine wirkliche Zwangshandlung handelt, kann nur durch Fremd-oder Eigenbeobachtung geklärt werden. Auch wenn einem außenstehenden Beobachter die Zwangshandlungen eines Betroffenen als amüsant vorkommen, sollte man sich immer bewusst machen, dass die ritualisierte Lebensweise den Betroffenen in seiner Lebensführung einschränkt und ihn psychisch schwer belastet.

Symptomatik

Das alles überspannende Thema von Zwangsgedanken sind Risiko, Schaden und Gefahr, weitere Themen sind Verschmutzung, Zweifel, Aggression und Verlust. Typisch für eine Zwangsstörung ist, dass sich der/die Betroffene genötigt fühlt, vorsätzliche, zielstrebige und wiederholte Handlungen, so genannte Ritual zum Ausgleich des Zwangs durchzuführen. Waschen gleicht Verschmutzung, Überprüfen, Zweifeln und Horten gleichen Verlust aus. Betroffene gehen Menschen aus dem Weg, wenn sie befürchten, ihnen gegenüber aggressiv zu werden.

Die durch Zwangsstörungen entstandenen fixe Ideen können sich auf alles beziehen und die Rituale müssen nicht unbedingt mit dem zwanghaften Unbehagen gekoppelt sein, das sie lindern. So kann zum Beispiel das Unbehagen spontan abgeklungen sein, nachdem ein Betroffener mit Angst vor Verschmutzung seine Hände in die Taschen seiner Jacke oder Hose gesteckt hat.

Es ist in der Folge nur konsequent, wenn er ab diesem Zeitpunkt immer die Hände in die Taschen steckt, wenn die fixe Idee der Verschmutzung auftritt. Die meisten Rituale, wie das Waschen der Hände, oder die Kontrolle von Schlössern sind beobachtbar, andere hingegen nicht, wie zum Beispiel fortwährendes Zählen oder vor sich hingemurmelte Aussprüche mit dem Ziel, Gefahr abzuwehren. Den meisten Betroffenen ist klar, dass ihre fixen Ideen keine echten Gefahren sind und dass sie mit ihrem Verhalten, mit dem sie den inneren Druck verringern, irrational und übertrieben, manchmal sogar bizarr ist.

Trotzdem können sie nicht davon lassen und werden unter unerträglich großen Stress gesetzt, wenn ihnen die Durchführung ihrer Rituale versagt wird. Sehr oft verbergen Betroffene ihre Zwangsgedanken und die zugehörigen Rituale, mit denen sie täglich viele Stunden verbringen, aus Angst davor, in Verlegenheit zu kommen oder stigmatisiert zu werden. Als Folge- oder Begleiterscheinung tritt in vielen Fällen eine Depression und Vereinsamung auf.

Schulmedizinische Therapie

Die Expositionstherapie gilt bei Zwangsstörungen derzeit als das Mittel der Wahl. Bei dieser Therapieform werden die Betroffenen in die Konfrontation mit den Situationen und Menschen gebracht, die das Unbehagen, die Zwangsgedanken und die Rituale auslösen. Dadurch treten die Rituale verspätet oder gar nicht auf.

Die Angst bildet sich langsam zurück und weicht der Gewöhnung. Der/die Betroffene lernt, dass die Rituale zur Linderung des Unbehagens unnötig sind. In den meisten Fällen bleiben die erreichten Fortschritte nach Beendigung der Therapie bestehen, wahrscheinlich auch, weil die Betroffenen die erlernte Selbsthilfe in ihr weiteres Leben integrieren.

Auch eine andere Therapiekombination verspricht Erfolge: Eine mit Pharmakotherapie gekoppelte Verhaltenstherapie. Als wirksame Medikamente gelten:

  • Serotonin – Wiederaufnahme Hemmer
  • selektive Serotonin – Wiederaufnahme Hemmer
  • Clomipramin

Meist reichen kleinen Dosen der genannten Medikamente zur begleitenden Linderung aus.

Beitragsbild: 123rf.com – Sergey Nivens

Als somatoforme Störungen wird die Gruppe psychiatrischer Störungen bezeichnet, die durch körperliche Symptome gekennzeichnet sind.

Diese Symptome weisen zwar auf eine körperliche Störung hin, können dadurch aber nicht vollständig geklärt werden, verursachen jedoch gleichzeitig ein signifikantes Leiden, das die gesellschaftliche, berufliche oder andere Funktionsfähigkeiten beeinträchtigt.

Der Begriff der somatoformen Störung ist ein relativ neuer Begriff, der sich auf die Art Störung bezieht, die viele als psychosomatisch bezeichnen.

Bei somatoformen Störungen können entweder die körperlichen Symptome oder deren Schweregrad und Dauer nicht durch einen zugrundeliegenden körperlichen Zustand erklärt werden.

Sie somatoformen Störungen umfassen Somatisierungsstörungen, undifferenzierte somatoforme Störungen, Konversionsstörung, Hypochondrie, Schmerzstörung, Dysmorphophobie und nicht anders gekennzeichnete somatoforme Störung.

Die einzelnen Arten der somatoformen Störungen:

Die Somatisierungsstörung

Sie ist eine schwere psychiatrische Störung, die durch viele rezidivierende (in mehreren Episoden im Leben auftretende), klinisch bedeutende körperliche Beschwerden (einschließlich Schmerz und gastrointestinale (Schmerzen im Verdauungstrakt), sexuelle und neurologische Symptome) gekennzeichnet ist. Diese Beschwerden können jedoch durch eine körperliche Störung nicht vollständig erklärt werden. Die Störung ist oft familiär, und ihr Ursprung meist unbekannt. Eine narzisstische Persönlichkeit (das heißt eine deutliche Abhängigkeit, und die Unfähigkeit, Frustration zu ertragen) trägt zu den körperlichen Beschwerden bei, die eine unbewusste, somatisierte, dringende Bitte um Aufmerksamkeit und Betreuung darzustellen scheinen. Dier Störung soll hauptsächlich bei Frauen auftreten. Männliche Verwandte der betroffenen Frauen neigen dazu, häufiger eine antisoziale Persönlichkeit und suchtmittelbedingte Störung zu haben.

Konversionsstörung

Bei einer Konversionsstörung treten körperliche Symptome auf, die durch einen psychischen Konflikt verursache und umgewandelt werden. Sie ähneln den Symptomen einer neurologischen Störung.
Die Konversionsstörung tritt in der Regel in der Adoleszenz oder im frühen Erwachsenenalter auf, kann sich aber in jedem Alter manifestieren. Sie scheint bei Frauen etwas häufiger aufzutreten. Einzelne Konversionsymptome, die die Kriterien einer Konversionsstörung oder einer Somatisierungsstörung nicht erfüllen, gibt es oft bei neuropsychiatrischen Patienten.

Hypochondrie

Die Hypochondrie beschreibt die dauernde, geistige Beschäftigung mit körperlichen Funktionsstörungen und die Angst davor, eine ernsthafte Erkrankung zu bekommen oder zu haben. Hierbei werden vom Betroffenen normale, nicht krankhafte körperliche Symptome fehlgedeutet und in Krankheitssymptome umgewandelt.

Schmerzstörung (Psychogener Schmerz)

Die Schmerzstörung ist eine Störung, bei der der Schmerz in einem oder mehreren anatomischen Bereichen ausschließlich oder haupsächlich aufgrund psychologischer Faktoren entsteht. Hauptziel der Störung ist die Lenkung der Aufmerksamkeit des Betroffenen hin zum Schmerz. Diese somatoforme Erkrankung führt zu einem erheblichen Leiden und beeinträchtigt die Funktionsfähigkeit des Patienten meist enorm. Die Schmerzstörung ist eine relativ häufige Form der somatoformen Störung. Die genaue Inzidenz (relative Häufigkeit der Neuerkrankungen in einem festgelegten Zeitraum, meist in einem Kalenderjahr) ist unbekannt, aber in den Vereinigten Staaten von Amerika führt ein psychogener Rückenschmerz allein jährlich bei bis zu 15% der Erwachsenen zu einer Einschränkung der Arbeitsfähigkeit.

Dysmorphophobie

Es bezeichnet die krankhafte, geistige Beschäftigung mit einem Mangel des eigenen Aussehens. Dies führt in der Regel zu einer signifikanten Belastung und kann in gesellschaftlichem, beruflichem oder anderem wichtigen Bereich des menschlichen Lebens zu einer Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit führen. Der Patient bildet sich einen körperlichen Mangel ein oder ist übermäßig über einen geringfügigen Mangel besorgt. Diese Störung beginnt in der Regel in der Adoleszenz und scheint in gleichem Maße bei Frauen und Männern aufzutreten.

Eine posttraumatische Belastungsstörung ist eine psychische Störung, bei der eine unfassbare Lebenssituation immer wieder erlebt wird dabei ungeheuer große Angst, Hilflosigkeit und Entsetzen hervorruft. Diese führt dazu, dass die mit dem Trauma in Verbindung stehenden Stimuli zunehmend gemieden werden.

Das belastende Ereignis umfasst schwere Verletzungen oder Todesgefahr für den Menschen selbst oder andere sowie den Tod anderer; während des Ereignisses verspürt der Betroffene immense Angst, Hilflosigkeit und Entsetzen.

Die Lebenszeitprävalenz (i.e. Häufigkeit der Personen, die in ihrem Leben einmal an einer bestimmten Erkrankung leiden) beträgt mindestens 1%, in Hochrisikogruppe wie Kriegsveteranen oder Opfern von Gewaltverbrechen wird eine Prävalenz von 3-59% beschrieben.

Symptomatik

Geschehen schreckliche Dinge, sind manche Menschen lange davon beeindruckt. Das traumatische Ereignis wird immer wieder durchlebt, meist in Form von Flashbacks (ein Flashback ist ein psychologisches Phänomen, das durch einen Schlüsselreiz aktiviert wird.

Der/die Betroffene hat dann ein plötzliches, für gewöhnlich starkes Wiedererleben eines vergangenen Erlebnisses oder eines früheren Gefühlszustandes) oder Alpträumen. Der Betroffene vermeidet dann fortdauernd die mit dem Trauma in Verbindung stehenden Reize und weist eine allgemeine Teilnahmslosigkeit auf. Diese dient dazu, die Symptome der aufkommenden Gefühle zu unterdrücken. Zusätzlich treten häufig die Symptome einer Depression auf. Manchmal kommt es erst zu einer verspäteten Entwicklung der Symptome; sie treten erst viele Monate oder sogar Jahre nach dem posttraumatischen Ereignis auf.

Tritt die posttraumatische Belastungsstörung mehr als drei Monate lang auf, so muss sie als chronische Erkrankung bezeichnet werden. Wird die chronische Krankheit nicht behandelt, schwächt sie sich oft wieder ab, verschwindet jedoch nicht vollständig. Manche Betroffenen bleiben schwer beeinträchtigt.

Therapie

Die Behandlung umfasst Verhaltenstherapie; Pharmakotherapie und Psychotherapie.

In der Verhaltenstherapie werden sichere Situationen bewusst aufgesucht, die der Betroffene meidet, weil sie ein Wiederaufleben des Traumas auslösen könnten. In der Fantasie setzt sich der Betroffene wiederholt mit dem traumatischen Ereignis auseinander, was die Belastung nach anfänglicher Verstärkung des Unbehagens mildert. Hilfreich kann auch sein, bestimmte Rituale zu verhindern, wie das Händewaschen nach einem sexuellen Übergriff, mit dem Zweck, sich sauber zu fühlen.

Antidepressiva und Angstlöser scheinen zwar einen gewissen Nutzen zu haben, sind gewöhnlich jedoch nicht so wirksam wie bei anderen Angsterkrankungen.

Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (wie Fluoxetin, Paroxetin, Fluvoxamin oder Sertralin) und MAO-Hemmer (stimmungsaufhellende Antidepressiva) scheinen am wirksamsten zu sein.

Gleichwohl müssen sie prüfen, in wie weit die Traumatische Erfahrung wirklich stattgefunden hat.

Gleichzeitig müssen Therapeuten den Betroffenen ermuntern, sich mit den Erinnerungen zu beschäftigen, während eine verhaltenstherapeutische Desensibilisierung stattfindet. Der Patient muss auch Techniken erlernen, mit denen er die Angst unter Kontrolle halten und die Erinnerungen in seine bisherige Persönlichkeitsstruktur integrieren kann.

Die mit dem Trautischen Ereignis verknüpfte Angst ist häufig so intensiv, dass eine unterstützende Psychotherapie eine wichtige Rolle spielt. Insbesondere müssen die Therapeuten sich aufrichtig, einfühlsam und mitfühlend in der Würdigung des seelischen Schmerzes des Patienten sein.

Es ist auch möglich, dass zu der für das Trauma spezifischen Angst noch das Gefühl der Schuld hinzukommt, weil die Patienten sich bedrohlich und zerstörerisch während eines Krieges verhalten haben oder eine lebensgefährliche Situation überlebt haben, während Mitglieder der Familie oder Nahestehende umkamen.

In solchen Fällen der so genannten “Überlebensschuld” können psychodynamische oder introspektionsorientierte Psychotherapieverfahren angezeigt sein, die den Patienten darin unterstützen, seine selbstkritische und bestrafende psychische Haltung zu verstehen und anzupassen.

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Es ist allgemein bekannt, dass dauerhafter Stress der Gesundheit schadet.

Weniger bekannt ist jedoch, wie sich stressbedingte Erkrankungen äußern können und was man tun kann, diesen vorzubeugen. Stress ist ein Ereignis, dass jeder Mensch erlebt, selbst Kinder.

Bei ihnen begründet sich Stress zum Beispiel durch Leistungsdruck in der Schule, ein Überangebot an Freizeitbeschäftigungen oder durch die Peergroup (Gleichaltrigengruppe).

Im Erwachsenenalter verstärken sich diese Faktoren zunehmend. Krank werden im Grunde diejenigen Menschen, die es längerfristig nicht schaffen, eine Balance zwischen Anspannung und Entspannung im alltäglichen Leben zu finden.

Wenn wir uns in einer Stresssituation befinden, reagieren wir mit Gefühlen und körperlichen Symptomen. Die körperlichen Symptome entsprechen einem genetischen Programm, das den Menschen seit Jahrtausenden einprogrammiert ist.

Hierbei konzentriert sich der gesamte Organismus auf die Bewältigung eines zentralen Problems. Die Denk- und Wahrnehmungsprozesse werden auf die wichtigsten Reize fokussiert, die den Stress auslösen; damit leidet oft das objektive Urteilsvermögen.

Es kommt zu Konzentrationsmangel, Gedankenkreisel oder einer Leere im Kopf. Vom Nerven- und Kreislaufsystem werden die Stresshormone Testosteron, Kortisol, Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet – die Atemfrequenz erhöht sich, die Belastung von Herz und Kreislauf steigt. Durch die Verengung der Blutgefäße steigt der Blutdruck, es kommt zu einer Loslösung von Fett- und Zuckerreserven und zu vermehrter Schweißbildung. Gleichzeitig werden die Tätigkeiten des Magen-Darm Traktes reduziert, was zu Durchfall, Übelkeit und Erbrechen führen kann.

Weitere typische Symptome einer akuten Stressreaktion sind ggf. Herzrasen, ein trockener Mund, Erröten und Kurzatmigkeit.

Auch der gesamte Bewegungsapparat kommt in einer akuten Stresssituation in Bewegung: Die gesamte Skelettmuskulatur spannt sich; dies manifestiert sich in Nacken- und Schulterverspannungen, oder Verspannungen im Gesichtsraum. Auch Sprachstörungen können auftreten. Es gibt auch Menschen, die mit Bewegungen wie Fußwippen, Trommeln mit den Fingern, Zucken, Stottern oder Zähneknirschen auf Stress reagieren. Dies sind alles noch keine wirklich krankhaften Symptome.

Werden sie jedoch chronisch, kann eine Stressstörung entstehen, die behandelt werden sollte. Dauerhafter Stress und die damit verbundene dauerhalte Anspannung kann verschiedene Schmerzen auslösen und chronifizieren.

Dabei sollte immer berücksichtigt werden, dass jeder Mensch Schmerzreize anders empfindet, aber grundsätzlich gilt:

Wer Schmerzen hat, leidet und erhält von seinem Körper das Signal, dass etwas geändert werden muss.

Die bekanntesten Erkrankungen, die durch Stress mit induziert werden sind:

  • Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Burn – Out
  • Bore – Out
  • Hörsturz und Tinnitus

Rückenschmerzen

Ungefähr 80% der deutschen Bevölkerung waren wegen Rückenschmerzen schon mindestens einmal beim Arzt. Meist kann die genaue Ursache nicht geklärt werden, fest steht jedoch: Wer unter großem Druck steht, ist häufig von Rückenschmerzen geplagt, die sich von Muskelverspannungen herleiten lassen. Sprichwörter wie “auf diesen Schultern lastet zu viel Druck” lassen sich so erklären.

Menschen, die sehr viel Stress haben, haben oft auch noch eine rückenunfreundliche Lebensweise: Sie sitzen zu viel und zu lange (meist in falscher Haltung) am PC im Büro und bewegen sich auch in ihrer Freizeit zu wenig. Dadurch kommt es zu Muskelverhärtung und -verspannung sowie Muskelabbau. Wenn Muskeln dauerhaft angespannt sind, verringert sich die Sauerstoffzufuhr und im Gewebe kommt es zu Stoffwechselstörungen.

Treten Schmerzen auf, nehmen die meisten Menschen automatisch eine Schonhaltung ein, um “dem Schmerz auszuweichen”. Dadurch werden noch weitere Muskelpartien in die Stresssituation mit einbezogen, auch hier verspannen und verhärten die Muskeln und es wird nötig eine andere Schonhaltung einzunehmen – ein Teufelskreis beginnt. Bei massiven Rückenschmerzen sollte der Betroffene dringend einen Arzt aufsuchen, damit zum Beispiel ein Bandscheibenvorfall ausgeschlossen werden kann. Jedoch kann jeder präventiv aktiv werden und so Muskelverspannungen und Rückenschmerzen vorbeugen:

Stärkung des Rückens durch spezielle Gymnastik oder Gerätetraining

Erlernen von Entspannungstechniken wie der Progressiven Muskelentspannung oder Yoga
Entspannung mit Wärme (Körnerkissen oder ein warmes Vollbad)

Warmhalten des Rückens, damit man keinen Zug bekommt.

Anpassung des Arbeitsumfeldes an die individuellen Bedürfnisse

Spannungskopfschmerzen

Spannungskopfschmerzen gehen oft von einer verspannten Schulter- und Nackenmuskulatur aus. Auch hier können die oben genannten präventiven Maßnahmen helfen, den Kopfschmerz zu verringern oder zu verhindern.

Zusätzlich sollten Betroffene auf den Konsum von Alkohol und Zigaretten verzichten, während der Arbeit Bewegungspausen (aufstehen und sich strecken und bewegen) einlegen und leichte Schmerzmittel einnehmen.

Als natürliche Schmerzmittel gelten Melisse und Weidenrinde. Lassen Sie sich vor der Anwendung aber in jedem Falle in Ihrer Apotheke beraten

Schlafstörungen

Die häufigsten Schlafstörungen sind Einschlaf- und Durchschlafstörungen. Um besser einzuschlafen, können folgende Tipps hilfreich sein:

Das Schlafzimmer sollte dunkel und still sein

Die Raumtemperatur sollte 18 Grad Celsius nicht überschreiten

Das Bett sollte rückenfreundlich und bequem sein

Vor dem zu Bettgehen kann noch ein kleiner Abendspaziergang eingelegt werden.

Das Abendessen sollte nicht zu viel und zu schwer sein

Das Trinken von Hopfentee oder heißer Milch sorgt für ein entspanntes Gefühl zum Einschlafen

Wenden Sie Entspannungstechniken an
Schlafmittel sollten nur in Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden

Burn-out

Ein Burn-Out ist die Endphase einer dauernden übermäßigen Stressbelastung. Der Körper ist ausgebrannt, völlig erschöpft, die Kraftreserven sind aufgebraucht. Betroffene benötigen dringend ärztliche und psychotherapeutische Hilfe.

Bore-out

Das Bore – Out betrifft Menschen, die entweder in ihrer Arbeit unterfordert sind oder die keine Arbeit haben.

Bore – Out Betroffene fühlen sich gelangweilt, nutzlos und sind zunehmend desinteressiert. Auch hier benötigen Betroffene dringend ärztliche und psychotherapeutische Hilfe.

Hörsturz und Tinnitus

Ein Hörsturz entsteht durch eine Durchblutungsstörung im Ohr, ein Tinnitus kann durch Durchblutungsstörungen und Gerinnungsstörungen, Gefäßleiden und Erkrankungen der Halswirbelsäule entstehen.

Da es durch Stress zu Verengungen von Gefäßen kommen kann, sind diese beiden Erkrankungen des Hörapparates auch oft mit Stress in Verbindung zu bringen.

Über die Behandlungsmöglichkeiten sollen Betroffene mit einem Hals-Nase-Ohren Arzt sprechen. Hier kann eine individuelle Therapie zusammengestellt werden.

Beitragsbild: 123rf.com – Katarzyna Bialasiewicz

Eine Depression ist eine psychische Erkrankung, die sich in einem anhaltenden Stimmungstief zeigt.

Der Betroffen fühlt sich müde, erschöpft, mutlos oder nutzlos; er ist ohne akuten Grund von einer tiefen Traurigkeit erfüllt.

Zwar kennt jeder Mensch solche depressiven Episoden in seinem Leben – normalerweise sind sie jedoch eine Reaktion auf ein Ereignis und können konstruktiv verarbeitet werden, sobald das auslösende Ereignis überstanden ist (beispielsweise der Tod eines nahen Verwandten oder eine Trennung u.ä.).

Bei einer Depression jedoch verschwinden die Symptome nicht von selbst. Hier ist therapeutisch Hilfe dringend indiziert.

Ursachen

Eine Depression kann von den unterschiedlichsten Ereignissen ausgelöst werden. Sowohl körperliche Erkrankungen als auch Umwelteinflüsse können für eine Depression verantwortlich sein. Meist ist jedoch das Zusammenspiel von äußeren Einflüssen, genetischen.

Grundlagen Ursache für eine Depression

Verschiedenen Studien haben ergeben, dass ungefähr 30% der Betroffenen vor ihrer Erkrankung in einschneidenden Lebenssituationen standen. Dazu gehören neben dem Verlust eines geliebten Menschen auch die Berentung oder Pensionierung, die Geburt eines Kindes oder der Wechsel des Jobs oder Wohnorts. Die Betroffenen klagen häufig darüber, dass sie in dieser Zeit keinerlei oder kaum Unterstützung der Familie oder Freunde hatten.

Aber nicht nur neue Lebenssituationen, auch individuelle Eigenschaften wie ein ausgeprägter Perfektionismus oder überhöhte Selbstkritik und Leistungsorientierung können den Ausbruch einer Depression begünstigen.

Ein wesentlicher Faktor, der eine Depression auslösen kann, ist chronischer Stress, wie er heute oft bei ständiger Arbeitsüberlastung (aber auch Arbeitsunterlastung) vorkommt. Hierdurch wird das Stresshormon Cortisol vermehrt ausgeschüttet.

Diese Überkonzentration bedingt Verhaltensveränderungen wie Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Denk- und Konzentrationsstörungen, Libidoverlust, vermehrt auftretende Angstreaktionen.

Bestimmte Krankheiten gelten als Mitverursacher für Depressionen, darunter Schilddrüsenunterfunktionen und andere Hormonstörungen, Tumore oder Parkinson. Im Grunde ist eine Depression eine Fehlfunktion des Hirnstoffwechsels. Die Konzentration der Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin ist gestört und so können Sinneseindrücke nicht mehr richtig verarbeitet werden.

Symptome einer Depression

  • Eine tiefe, innere Leere
  • Lustlosigkeit
  • Selbst einfachste Tätigkeiten werden als schwer empfunden
  • Bedeutungslosigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Hoffnungslosigkeit
  • Energieverlust
  • Verlust der Entschlusskraft
  • Vermehrte Angst
  • Gefühlslosigkeit (“innere Taubheit”)
  • Selbstzweifel
  • Ein- und Durchschlafstörungen
  • Appetitlosigkeit
  • Verlust der Libido
  • Kopfschmerzen
  • Magen- und Darmbeschwerden

Weitere körperliche Symptome, die sich nicht auf eine körperliche Erkrankung zurückführen lassen.

Als besonders typisch gilt das psychische Tief am Morgen, das sich im Verlaufe des Tages bis zum Abend hin verbessert.

Bei der sogenannten bipolaren Depression (früher als manisch-depressive Erkrankung bezeichnet), findet ein ständiger Wechsel zwischen einer Hochstimmung (manische Phase) und extremen Stimmungstiefs (depressive Phase) statt. Dieser kann schnell aber auch schleichend verlaufen. In den depressiven Phasen leiden Patienten an den oben genannten Symptomen.

In der manischen Phase hingegen kommt es zu:

  • Übersteigerter Euphorie bis hin zu übersteigerter Gereiztheit und Aggressivität
  • Flüchtigen Gedanken
  • Starkem Redefluss
  • Konzentrationsschwächen
  • Selbstüberschätzung
  • Kontrollverlust (besonders bei Geldgeschäften, realistische Planungen sind nicht mehr möglich)
  • Wahnvorstellungen (Größenwahn oder Sendungsbewusstsein, Wahrnehmung von Stimmen oder Sinnestäuschungen)

Diagnose

Um eine Depression diagnostizieren zu können, muss sich zunächst der Betroffene eingestehen, dass er ggf. unter einer psychischen Erkrankung leidet; bis heute noch oft ein Taubthema.

Dabei ist die Depression neben dem Herzinfarkt und Krebsleiden eine der häufigsten Erkrankungen in Deutschland.

Je früher die Diagnose gestellt werden kann, umso höher sind die Chancen auf Heilung. Eine nicht behandelte chronische (mono- oder bipolare) Depression kann zu Suizid führen und hat einen negativen Einfluss auf mögliche andere körperliche Krankheiten.

Schulmedizinische Therapie

Meist wird eine Kombinationstherapie von psychotherapeutischen Verfahren und medikamentöser Behandlung (mit Antidepressiva) durchgeführt.

Da die Erkrankung von Mensch zu Mensch unterschiedliche Auslöser, Symptome und Auswirkungen hat, kann auch jeder Betroffene nur individuell behandelt werden; eine Standardtherapie gibt es nicht. Wird die Therapie jedoch frühzeitig eingeleitet, sind die Heilungs- oder zumindest Verbesserungschancen sehr gut.

Dabei muss jedoch immer berücksichtigt werden, dass Depressionen gewöhnlich in Phasen verlaufen, es also auch immer wieder zu Rückfällen kommen kann. Um eine Depression heilen oder zumindest verbessern zu können, benötigt man Geduld und professionelle Hilfe.

Tipps zu Selbsthilfe, wie man sie zu Hauf im Internet oder Zeitschriften finden kann (“Lächeln Sie einfach zweimal am Tag” oder “Machen Sie Dinge, die Ihnen gut tun” und so weiter) sind für Menschen, die nicht nur gerade in einer leicht depressiven Phase stecken, sondern an einer Depression erkrankt sind, nicht sinnvoll. Denn könnten sie die Tipps befolgen, hätten sie keine Depression und die Tipps nicht nötig!!!

Daher sollte man, wenn man den Verdacht hat, an einer Depression zu leiden, immer ärztlichen Rat einholen. Das selbst gilt, wenn Sie vermuten, eine nahestehende Person könnte depressiv erkrankt sein.

Ob beispielsweise Entspannungsübungen oder ähnliches ergänzend zu den medikamentösen und psychotherapeutischen Therapieformen eingesetzt werden kann und sollten, sollte dort besprochen und unter therapeutischer Aufsicht erprobt werden.

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